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Buchtipps

"Der Dieb“ ist ein außergewöhnlich faszinierender Roman in knapper Sprache, der mich gleich überzeugt hat. Präzise und fast genußvoll beschreibt der japanische Autor die Raubzüge des Taschendiebes Nishimura, der in Tokio ein ruhiges Leben führt und sich seinen Lebensunterhalt mit Diebstählen an vermögenden Männern verdient.

5 alte Männer, Freunde seit ihrer Jugend, mit ihren unterschiedlichen Schrullen beschrieben – eine Villa am See, eine junge, hübsche, kirgisische Pflegekraft mit ganz eigenen Vorstellungen und ein Computerprogramm namens „Todesengel“. Christoph Poschenrieder schreibt über eine Möglichkeit, mit Alter und Tod umzugehen: unsentimental, realistisch, mit schwarzem Humor und berührend.

Tschingis Aitmatov, Dshamilja. Die Erzählung spielt am Rande der Steppe von Kirgisien. Der 15 jährige Siad erzählt die Geschichte seiner von ihm verehrten, jungen Schwägerin Dshamilja. Ihr ungeliebter Mann ist wie die meisten Männer des Dorfes im Krieg. Die Frauen müssen die harte Landarbeit am Rande der Steppe verrichten. Dshamilja ist eine tatkräftige, lebenslustige und schöne Frau. 

Yagi Emi, Frau Shibatas geniale Idee. Frau Shibata ist 34 Jahre alt und arbeitet in einer Firma in Tokyo. Doch statt sich um ihre eigentliche Arbeit kümmern zu können, wird sie von ihren ausschließlich männlichen Kollegen als Mädchen für alles ausgenutzt. Um von der Kaffekocherei, dem Müll und den stinkenden Zigarettenstummeln befreit zu werden fällt ihr eines Tages eine Lösung ein – eine erfundene Schwangerschaft.

Sasha Filipenko, Rote Kreuze. Tatjana Alexejewna ist über neunzig und vergesslich, sehr vergesslich. Zur Orientierung, dass sie wenigstens nicht vergisst wo sie lebt, malt sie rote Kreuze an die Wohnungstüren. Als Alexander nach einem schweren Schicksalsschlag sein Leben neu ordnen muss und in dasselbe Haus einzieht, ist er zunächst nicht besonders erpicht darauf, seine neue Nachbarin näher kennenzulernen. Doch Tatjana scheint das ziemlich egal zu sein und sie schafft es, sein Interesse an ihrer Geschichte zu wecken.

Sandra Gugic, Zorn und Stille. Die österreichische Autorin mit serbischen Wurzeln erzählt in ihrem Roman von einer „Gastarbeiterfamilie“ aus  Ex-Jugoslawien deren Mitglieder versuchen, ihre Herkunft mit ihrer neuen österreichischen Heimat in Einklang zu bringen. Sie tun das auf unterschiedliche Weise – die Eltern versuchen sich anzupassen, nur nicht aufzufallen, die Tochter dagegen lehnt sich auf, rebelliert und geht einen eigenen Weg. 

Nguyễn Phan Quế Mai, Der Gesang der Berge. Nachdem Huangs Eltern nicht aus dem Vietnamkrieg zurückgekehrt sind, wächst diese bei ihrer Großmutter auf. Während die beiden auf die Rückkehr ihrer Familienmitglieder hoffen, erzählt Diêu Lan ihrer Enkelin die Geschichte ihrer Familie. 

Howard Jacobson, Rendezvous und andere Altererscheinungen. Die Prinzessin und Shimi lernen einander bei der Beerdigung seines Bruders kennen. Sie sind zwei sehr eigentümliche Höchstbetagte mit äußerst unterschiedlichen Lebenserfahrungen und –auffassungen. Mit scharfem, aber liebevollem Blick, in funkelnden Dialogen und recht anspruchsvollen Reflektionen schildert der Autor die Lebensläufe der beiden und was aus dem Aufeinandertreffen zweier trotz Altersdefiziten so geistreichen Menschen wird.  

Tanja Weber, Betongold. Der Smokey, ein ehemaliger Münchner Kriminalkommissar, gebeugt durch Morbus Bechterew („den Russen auf seinem Rücken“) blickt zu Beginn des Romans in eine Baugrube auf die Leiches seines Freundes Schani, eines Immobilienmaklers mit zweifelhaften Praktiken. Was passiert ist, schildert die Autorin mit sehr viel Liebe für ihre Figuren, den Münchner Stadtteil Giesing, und mit viel Gefühl für die diversen Unglücke ihrer Protagonisten. 

Rainer Wekwerth, Ghostwalker. Das Buch handelt von einem 17 Jahre alten Jungen namens Jonas. Es spielt in der Zukunft, in der Jonas ein Bote im Internet ist, der Datenpakete sicher ans Ziel bringt. Dies ist aufgrund neuer Techniken zwar möglich, aber auch sehr gefährlich. Für Geld erledigt Jonas diese Botengänge für große Firmen. Eine weitere sehr wichtige Rolle spielt der Charakter Blue. Sie ist die beste Ghostwalkerin der Welt, doch sie verliert einen Teil ihres Gedächtnisses an ein virtuelles Schwert, das Jonas nach Golem City bringen soll.