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Buchtipps - Romane

5 alte Männer, Freunde seit ihrer Jugend, mit ihren unterschiedlichen Schrullen beschrieben – eine Villa am See, eine junge, hübsche, kirgisische Pflegekraft mit ganz eigenen Vorstellungen und ein Computerprogramm namens „Todesengel“. Christoph Poschenrieder schreibt über eine Möglichkeit, mit Alter und Tod umzugehen: unsentimental, realistisch, mit schwarzem Humor und berührend.

Marilynne Robinson, Gilead. In „Gilead",einer kleinen Stadt in Amerikas Mittlerem Westen, schreibt John Ames, ein Pastor, der alt und krank ist, einen Brief über sein Leben an seinen 7jährigen Sohn. Er wird diesen Sohn nicht mehr aufwachsen sehen. So ist dieser Brief ein Vermächtnis an seinen erwachsenen Sohn. Mit kraftvoller Sprache und zutiefst menschlich beschreibt Robinson das Leben dieses besonderen Menschen.

Abigail Assor, So reich wie der König. Sarah ist sechzehn und wünscht sich nichts sehnlicher als das Armenviertel Casablancas hinter sich zu lassen und im Villenviertel der Stadt leben zu können. Die einzige Möglichkeit, das zu erreichen, sieht Sarah darin, sich einen reichen Ehemann zu suchen. Ihre Wahl fällt auf Driss, den Sohn einer der reichsten Familien der Stadt. Ruhig, unscheinbar und eher mäßig attraktiv. Doch das interessiert Sarah alles nicht. Für sie zählt nur, welches Leben ihr die Verbindung mit Driss ermöglicht, koste es, was es wolle.

Sarah Crossan, Verheizte Herzen. Ana ist Anwältin und hat eine Affäre mit ihrem Klienten Connor. Eines Morgens erhält sie einen Anruf von seiner Ehefrau und erfährt über sie, dass Connor tödlich verunglückt ist. Professionell bringt sie das Telefonat hinter sich, sie soll das Testament vollstrecken. Danach fällt sie in eine tiefe Trauer, die sie geheim halten muss.

Johannes Laubmeier, Das Marterl. Einer der vielen „Autor-kehrt-aus-der-Ferne-in-die-Kleinstadt-seiner-Jugend-zurück“-Romane, aber meiner Meinung nach ein besonders gelungener.

Lillian Fishman, Große Gefallen. Eve ist jung, queer und lebt in Brooklyn. An ihrer Beziehung zu Romi gibt es nichts auszusetzen und dennoch sehnt Eve sich nach mehr. Als sie schließlich anfängt, sich mit einem heterosexuellen Paar zu treffen, entsteht daraus eine Dreiecksbeziehung, die Eve immer wieder an ihre Grenzen führt und diese überschreiten lässt, bis sie sich schließlich fragen muss, wie weit sie bereit ist zu gehen, um ihr Begehren zu stillen.

Aharon Appelfeld, Sommernächte. Mitten im 2. Weltkrieg wandern der elfjährige Janek und ein blinder alter Mann als Landstreicher durch die Ukraine. Janek kommt aus einer jüdischen Familie. Seine Eltern müssen ins Lager und vertrauen ihren Sohn „Großvater Sergei“ an.

Lucy Fricke, Die Diplomatin. „Ich stehe hier nur rum und bin Deutschland“ Viel mehr hat die deutsche Diplomatin Fred Im Konsulat in Montevideo nicht zu tun. Eigentlich ist sie ehrgeizig, will etwas bewirken und nicht nur die Bratwürste für die deutsche Einheitsfeier aussuchen. Nach einer falschen Entscheidung wird sie nach Istanbul strafversetzt und lernt dort im Engagement für eine inhaftierte Künstlerin und einen in Ungnade gefallenen Journalisten die Grenzen der Diplomatie kennen.

Laurent Petitmangin, Was es braucht in der Nacht. Nach dem frühen Tod der Mutter, ist ein Vater gezwungen, seine beiden Söhne allein großzuziehen. Während Gillou, der jüngere der beiden, sich langsam auf seinen eigenen Weg macht, ein erfolgreiches Leben zu führen, entfernt sich sein großer Bruder Fus immer mehr von der Familie, verschlechtert sich in der Schule und driftet schließlich in die rechte Szene ab.

Christoph Peters, Tage in Tokio. Es hat mich sehr verblüfft, als ich erfahren habe, dass der Autor Christoph Peters in „Tage in Tokio“ seine erste Reise nach Japan beschreibt, die er erst nach 35 Jahren intensiver Beschäftigung mit dem Land gewagt hat.  In seinem früheren Roman „Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln“ schreibt er so detailreich und begeistert über japanische Keramik, Teezeremonien und auch über Land und Leute, dass ich annahm er kennt das Land aus eigenen Erfahrungen. Tatsächlich war er aber nie selbst dort.