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Buchtipps - Romane

Johannes Laubmeier, Das Marterl. Einer der vielen „Autor-kehrt-aus-der-Ferne-in-die-Kleinstadt-seiner-Jugend-zurück“-Romane, aber meiner Meinung nach ein besonders gelungener.

Lillian Fishman, Große Gefallen. Eve ist jung, queer und lebt in Brooklyn. An ihrer Beziehung zu Romi gibt es nichts auszusetzen und dennoch sehnt Eve sich nach mehr. Als sie schließlich anfängt, sich mit einem heterosexuellen Paar zu treffen, entsteht daraus eine Dreiecksbeziehung, die Eve immer wieder an ihre Grenzen führt und diese überschreiten lässt, bis sie sich schließlich fragen muss, wie weit sie bereit ist zu gehen, um ihr Begehren zu stillen.

Aharon Appelfeld, Sommernächte. Mitten im 2. Weltkrieg wandern der elfjährige Janek und ein blinder alter Mann als Landstreicher durch die Ukraine. Janek kommt aus einer jüdischen Familie. Seine Eltern müssen ins Lager und vertrauen ihren Sohn „Großvater Sergei“ an.

Lucy Fricke, Die Diplomatin. „Ich stehe hier nur rum und bin Deutschland“ Viel mehr hat die deutsche Diplomatin Fred Im Konsulat in Montevideo nicht zu tun. Eigentlich ist sie ehrgeizig, will etwas bewirken und nicht nur die Bratwürste für die deutsche Einheitsfeier aussuchen. Nach einer falschen Entscheidung wird sie nach Istanbul strafversetzt und lernt dort im Engagement für eine inhaftierte Künstlerin und einen in Ungnade gefallenen Journalisten die Grenzen der Diplomatie kennen.

Laurent Petitmangin, Was es braucht in der Nacht. Nach dem frühen Tod der Mutter, ist ein Vater gezwungen, seine beiden Söhne allein großzuziehen. Während Gillou, der jüngere der beiden, sich langsam auf seinen eigenen Weg macht, ein erfolgreiches Leben zu führen, entfernt sich sein großer Bruder Fus immer mehr von der Familie, verschlechtert sich in der Schule und driftet schließlich in die rechte Szene ab.

Christoph Peters, Tage in Tokio. Es hat mich sehr verblüfft, als ich erfahren habe, dass der Autor Christoph Peters in „Tage in Tokio“ seine erste Reise nach Japan beschreibt, die er erst nach 35 Jahren intensiver Beschäftigung mit dem Land gewagt hat.  In seinem früheren Roman „Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln“ schreibt er so detailreich und begeistert über japanische Keramik, Teezeremonien und auch über Land und Leute, dass ich annahm er kennt das Land aus eigenen Erfahrungen. Tatsächlich war er aber nie selbst dort. 

Fatma Aydemir, Dschinns. Eine türkische Familie – 4 Kinder. Der Vater, der mit der ersten „Gastarbeiter“generation nach Deutschland ausgewandert ist, kehrt mit Beginn der Rente nach Istanbul zurück. Dort hat er sich von seinem Ersparten eine Wohnung gekauft. Kaum angekommen stirbt er, und die Familienmitglieder reisen aus unterschiedlichen Orten in Deutschland zur Trauerfeier in die Türkei. 

Asako Yuzuki, Butter. Mit einem kleinen psychologischen Trick ergattert Rika, eine junge Journalistin in Tokyo, ein Exklusivinterview mit der inhaftierten Serienmörderin Manako Kajii. Manako wird beschuldigt drei Männer mit ihren Kochkünsten verführt und anschließend umgebracht zu haben. Manakos Bedingung für das Interview ist allerdings, dass sie sich ausschließlich über das Zubereiten von Speisen unterhalten werden.

Viktor E. Frankl, Über den Sinn des Lebens. Der Autor war als Jude in drei KZs inhaftiert und hat die grausamste Seite des Lebens kennengelernt. Er war Psychiater und Therapeut und hat 1946 die vorliegenden drei Vorträge gehalten. In diesen versucht Frankl darzulegen, dass jeder Mensch, da wo er steht, seinem Leben einen Sinn geben kann. Er spricht vom „ Auch anders können. „Das Schicksal, das uns widerfährt, lässt sich auf jeden Fall gestalten - So oder so.“

Sasha Filipenko, Die Jagd. Dank einer sicheren, zuverlässigen Quelle weiß der idealistische Journalist Anton Quint viel. Dieses Wissen droht ihm nun zum Verhängnis zu werden, sollte er sich nicht dazu entscheiden, Russland zu verlassen. Hat der Journalist vielleicht doch unterschätzt mit wem er sich da angelegt hat oder weiß er am Ende einfach zu viel?